Stromboli mit Ausblick, Alexandra Klim

Am Rande des Vulkans – der Stromboli und ich

Auch in diesem Sommer zog es mich wieder nach Bella Italia. Zum einen stand das Filmfest in Ischia auf dem Programm. Die Wochen davor und danach habe ich allerdings ausgiebig genutzt, den Rest des Tyrrhenischen Meeres inklusive Siziliens und der Liparischen Inseln zu erkunden. Es war meine erste Reise nach Sizilien und ich war überrascht, welche Vielfalt und Schönheit die größte Insel des Mittelmeers zu bieten hat. Das ist natürlich auch vielen Filmemachern aufgefallen …

Aber dazu lest Ihr alles in meinem nächsten Blogbeitrag: Dort verrate ich Euch meine Top-10-Filme aus Sizilien. Jetzt möchte ich Euch erst einmal einladen, mich bei meiner Reise zu begleiten. Bongiorno Sicilia!

Meine persönliche Erstbesteigung des Stromboli

Zuerst möchte ich Euch auf die Liparischen Inseln entführen, vor die Nordküste Siziliens, und Euch den einzig ständig tätigen Vulkan Europas vorstellen. Ecco, Signore Stromboli!

Stromboli vom Meer aus gesehen
Aktiver Vulkan. Blick von Panarea zum Stromboli
Der stets aktive Vulkan Stromboli auf der Insel gleichen Namens
Raucht gerne von früh bis spät: der Stromboli

Um Eruptionen aus nächster Nähe zu beobachten und einen Blick in den Vulkankrater zu werfen, muss man sich schon selbst auf den Weg zum Gipfel machen. Gesagt getan, meine erster Vulkan-Aufstieg kann beginnen. Zuerst muss ich mir allerdings einen ortskundigen Bergführer suchen, denn im Alleingang darf man den Stromboli nur bis zu einer Höhe von maximal 500 Metern besteigen. Auch das richtige Equipment ist wichtig: Schutzhelm und Jacke für den Gipfel, stabile Trekking-Stiefel, Taschenlampe und literweise Wasser, um nicht komplett zu dehydrieren. Es ist später Nachmittag, als meine Gruppe endlich aufbricht. Los geht es vom Ort Stromboli, hoch über uns ragt der Vulkan empor.

Mehrere Stunden wird der recht steile Aufstieg auf 926 Meter Höhe dauern. Es sind immerhin noch schweißtreibende 30 Grad, erst in gut zwei Stunden setzt die Dämmerung ein. Nachdem wir den Ort hinter uns lassen, geht es zuerst noch halbwegs bequem einige lange Serpentinen hoch. Dann wird es etwas wilder bis wir schließlich durch die Macchia wandern. Niedrige, geduckte Büsche, karger Boden, gegen Ende mehr scharfkantiges Lavagestein als Grün.Schritt für Schritt kommen wir dem Ziel näher. Der einmalig schöne Ausblick über den Hafen, das Meer und die Nachbarinseln macht die Anstrengungen erträglicher. Langsam wird es dunkler und kühler, es geht durch unwirkliche Mondlandschaften. Da wir etwas verspätet gestartet sind, legt unser Guide ein sportliches Tempo vor.

Auf dem Gipfel

Schritt für Schritt kommen wir dem Ziel näher. Der einmalig schöne Ausblick über den Hafen, das Meer und die Nachbarinseln macht die Anstrengungen erträglicher. Langsam wird es dunkler und kühler, es geht durch unwirkliche Mondlandschaften. Da wir etwas verspätet gestartet sind, legt unser Guide ein sportliches Tempo vor. Die letzten hundert Höhenmeter sind die schwersten. Es geht durch Asche und Geröll bis zum Gipfelgrat. Und nach drei langen Stunden ist es geschafft! Allgemeines Durchatmen, der Stolz, es gepackt zu haben und dann die atemberaubende Show des feuerspeienden Vulkans.

Wir haben Glück und sehen neben unzähligen kleinen auch einige größere Eruptionen aus mehreren Krateröffnungen. Ungefähr eine Stunde bleiben wir auf dem Gipfel und genießen das Naturschauspiel. Dann geht es in gutem Tempo und auf einer anderen Route wieder hinab in den Ort. Der Weg ist steiler, wir rutschen mehr, als dass wir laufen, es geht durch Vulkanasche-Felder, die weich sind wie Schnee. Knapp zwei Stunden später sind wir unten. Erschöpft und glücklich!

Auftsige auf den Stromboli bei Tagesanbruch
Der beschwerliche Aufstieg in Cinemascope-Optik
Sonnenaufgang und Morgendämmerung auf dem Stromboli
Unvergessliches Erlebnis: Der Sonnenuntergang vom Gipfel des Stromboli

Alexandra Klim auf der SPitze des STromboli
Jede Sekunde des Aufstiegs wert: der Ausblick vom Stromboli auf das Tyrrhenische Meer

Palermo, die Hauptstadt Siziliens

In der Hauptstadt muss man einfach Halt machen. Sizilianischer Charme, beeindruckende historische Bauwerke und natürlich viel zu wenig Zeit, mir alles anzuschauen. Aber ich kann ja wieder kommen. Bis dahin kann ich mir meine Fotos von Palermo anschauen. Und Ihr natürlich auch!

Die Kirche San Cataldo in Palermo
Die beeindruckende Chiesa di San Cataldo, erbaut 1154 bis 1160 im arabisch-normannischen Stil
Cattedrale Maria Santissima Assunta in Palermo
Cattedrale Maria Santissima Assunta: Der Dom von Palermo mit seiner Barock-Kuppel
Piazza Pretoria, fotografiert von Alexandra Klim
Zum Verlieben: die Fontana Pretoria auf der gleichnamigen Piazza
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Centro Storico: Der Quattro Canti am Corso Vittorio Emanuele
Palermo, Palme, Hinterhof
Das ist Palermo: Palmen, höher als in Los Angeles :-)

Cefalu und Cinema Paradiso

Nur 30 Minuten von Palermo entfernt liegt einer der schönsten Küstenorte Siziliens. Cefalù. In Cinema Paradiso, dem mit einem Oscar ausgezeichneten Meisterwerk von Regisseur Giuseppe Tornatore, war Cefalù einer der wichtigsten Drehorte. Schaut Euch die Fotos an und Ihr wisst, warum er gerade dieses Örtchen als Location ausgewählt hatte.

Cefalù am Abend, vom Meer aus gesehen
Die abendliche Einfahrt in den Hafen von Cefalù
Drehort Cefalù auf Sizilien: Giuseppe Tornatores Cinema Paradiso
Romantische Kulisse: Kein Wunder, dass Giuseppe Tornatore Cefalù als einen Schauplatz wählte

Scopello, ein Ausflug ins 17. Jahrhundert

Auch einen anderen Küstenort sollte man bei einem Sizilien-Besuch nicht verpassen: Scopello. Ganze 80 Seelen wohnen dort aktuell noch in Häusern, die aus dem 17. Jahrhundert stammen. Der Ort selbst ist deutlich länger besiedelt – schon die alten Griechen wurden hier sesshaft. Heute kommen die Besucher vor allem wegen der berühmten Faraglione, der Klippen von Scopello. Ein weiteres Must see: die Tonnara di Scopello, eine der ältesten und bedeutendsten Thunfischfabriken Siziliens, gegründet bereits im 13. Jahrhundert und inzwischen als Museum zu besichtigen. Hier in Scopello wurden übrigens auch einige Szenen von Ocean’s Twelve gedreht.

Tonnar di Scopello auf Sizilien
Must see: die Tonnara di Scopello

San Vito lo Capo

Der heilige Vito (deutsch Veit) ist der Namensgeber dieser sizilianischen Gemeinde, die dank Ihres tollen Strandes auch ein äußerst beliebter Badeort ist. Zusätzlich ist Vito (vgl. Marlon Brando als Don Vito Corleone: „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.“) auch noch der Schutzpatron ganz Siziliens (sowie u. a. auch von Mönchengladbach, Sachsen, Bierbrauern, Schauspielern und der Jugend allgemein). Ein viel beschäftigter Heiliger.

San Vito lo Capo auf Sizilien
An der Nordwest-Spitze von Sizilien: San Vito Lo Capo
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Leonardo Da Vinci im Hafen von San Vito Lo Capo

Procida

Ischias kleine Nachbarinsel im Golf von Neapel heißt Procida und gehört zu den Phlegräischen Inseln. Wenn Ihr Euch die Bilder anschaut, versteht Ihr sofort, warum hier einige Szenen von Filmen wie Der talentierte Mr. Ripley oder Der Postmann gedreht wurden. Dazu im nächsten Blogpost mehr. Hier ein paar Eindrücke der einmaligen Mischung aus Zuckerbäckertorte und italienischer Improvisationskunst, die sich einem bietet, wenn man die Insel und das Städtchen vom Meer aus erreicht.

Procida und sein Hafen Procida vom Boot aus gesehen

EInfach wirken lassen: Hafenansicht vom Meer

Zurück auf die Liparischen Inseln

Zum Schluss komme ich noch einmal zurück auf die Liparischen bzw. Äolischen Inseln, zu denen auch Stromboli gehört. Wir befinden uns also wieder im Tyrrhenischen Meer nordöstlich vor Sizilien. Jede der sieben bewohnten Inseln hat einen komplett eigenen Charakter. Beim Insel-Hopping mit dem Boot war ich immer wieder überrascht und begeistert. In einigen der kleinen Buchten mit kristallklarem Wasser ist man selbst im Juli fast allein. Mir persönlich haben es Panarea und Filicudi am meisten angetan. Vielleicht war es auch das Erlebnis, auf der Spitze des Stromboli zu stehen, das dafür gesorgt hat, dass ich mich in die Inseln so verliebt habe. Schaut Euch meine Fotos an und Ihr versteht mich bestimmt. Ich jedenfalls bin mir sicher, dass ich wieder kommen werde. Und vielleicht habt Ihr jetzt ja auch Lust, Sizilien persönlich kennen zu lernen.

Ciao a presto, Isole Eolie!

Eure Alexandra Klim

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Filicudi – ein kleines verschlafenes Juwel unter den Liparischen Inseln
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Buonasera Panarea
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Inselhopping um Lipari herum

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