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Die 1000 Miglia feiert 90. Geburtstag … und ich bin mit dabei!

„All Roads lead to Rome“ heißt es mal wieder und die Vorfreude könnte nicht größer sein: Ich bin bei der 1000 Miglia 2017 als Fahrerin mit dabei! Vom 18. bis zum 21. Mai geht es für mich einmal quer durch Bella Italia, von Brescia nach Rom und wieder zurück nach Brescia. Und zwar an Bord eines wahren Schmuckstücks!

Mit mir ins Rennen geht kein Geringerer als der Nash-Healey Sports 3850 cc Spider aus dem Jahr 1951 in Cremefarben. Nach elendig langer Restaurierung in Großbritannien ist er nun endlich wieder vorzeigbar. Immerhin hat er schon 66 Jahre auf dem Buckel, da musste er für die 1000 Meilen erst einmal wieder fit gemacht werden. Inzwischen sieht er wieder frisch aus wie am ersten Tag. Nur kleinere technische Details werden noch überholt.

Schmuckstück Nash-Healey
Schick gemacht für die Teilnahme an der 1000 Miglia: der Nash-Healey Sports 3850 cc Spider
Nash-Healey
Erste Testfahrten bestätigen: Der Nash-Healey ist fit für die 1000 Miglia!

Der Nash-Healey Sports 3850 cc Spider ist ein Sportwagen mit für damalige Verhältnisse richtig ordentlichen 125 PS bei 4.000 u/min. Er gilt als wirklich seltener Schatz und gilt als erster US-amerikanischer Sportwagen. Audrey Hepburn und William Holden waren zum Beispiel im Billy-Wilders-Films Sabrina in einem Nash-Healey unterwegs (siehe unten). Insgesamt wurden nur 104 Exemplare von diesem Nash-Healey-Modell gebaut. Und eines davon ist jetzt mein Mille-Miglia-Partner. Nach der Rundum-Kur in Südengland ist er hoffentlich pünktlich zum Rennstart in Topform.

Die 1000 Miglia 2017 in meinem Blog

Natürlich werde ich Euch hier in meinem Blog zum Start bei meiner allerersten Mille Miglia auf dem Laufenden halten – zuerst möchte ich Euch allerdings ein wenig die Historie des 90 jährigen Rennens vorstellen. Zu meinem Sportwagen und dessen Geschichte erfahrt Ihr auch noch alles Wichtige. Und ich schaue auch, dass ich Euch nach jeder Etappe vom Rennen berichte. Aber erst einmal heißt es: Hinein in die Vergangenheit!

Eine kurze Geschichte der Mille Miglia

Mitte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts hatten vier junge Herren aus Brescia die Idee, Ihre Heimatstadt zum Zentrum des Rennsports zu machen. Und diese Idee setzten sie dann auch zeitnah um. Die Mille Miglia war geboren und 1927 fiel der Startschuss zum ersten Langstrecken-Straßenrennen, benannt nach der ungefähren Streckenlänge von 1.000 englischen Meilen, also ca. 1.600 Kilometern. Das Siegerauto bei der Mille Miglia Numero Uno: ein OM, gefahren von Ferdinando Minoia und Giuseppe Morandi. Auch auf den weiteren Podiumsplätzen landeten Fahrzeuge des Herstellers aus Brescia, was den Ruhm der Firma entsprechend förderte.

In den Folgejahren entwickelte sich die Mille Miglia zu einem absoluten Klassiker des Rennsports. Legenden wie Tazio Nuvolari, der „Fliegende Mantuaner“, Rudolf Caracciola oder Stirling Moss feierten hier unfassbare Rekorde und absolvierten die etwa 1.600 km mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 157,62 km/h (Stirling Moss) in nur ein wenig mehr als zehn Stunden.

Zu tollkühne Rennfahrer und das Ende der 1000 Miglia

Aber es gab auch immer wieder Kritik, vor allem nach schweren Unfällen. So krachte 1938 einer der Gran Turismos in eine Straßenbahn, was dazu führte, dass die bis dato zum Rennen gehörenden Stadtdurchfahrten verboten wurden und die Rennstrecke abgeändert wurde. Die tollkühnen Rennfahrer in ihren über die Straßen fliegenden Kisten konnten erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder über den alten Kurs von Brescia über Rom nach Brescia rasen und taten dies ausgiebig.

Legendär – und hochgefährlich – war zum Beispiel, wie der deutsche Rennfahrer Hans Hermann in einem Porsche 550 unter einer sich schließenden Schranke haarscharf vor einem herannahenden Zug durchhuschte. Die ausufernde Risikobereitschaft der Rennfahrer und der Rennställe führte schließlich zum vorläufigen Ende der Tausend Meilen. Der Reifenplatzer eines Ferrari 1957 kostete fünf Kinder, fünf Erwachsene sowie die beiden Rennfahrer Alfonso de Portago sowie Edmund Nelson das Leben. Die Folge: Die Mille Miglia wurde verboten.

Das Revival der 1000 Miglia seit 1977

1977, nach zwanzig Jahren Pause, wurde das Straßenrennen allerdings wieder zum Leben erweckt, wenn auch in neuer Form, als „Mille Miglia Storica“. Die Tausend Meilen gelten heute als spektakulärste Oldtimer-Rallye der Welt. Auch ehemalige Formel 1- Legenden wie z. B. David Coulthard und Mika Häkkinen waren schon mit am Start. Ziel ist es allerdings nicht mehr, wie in den Rennen von 1927 bis 1957, so schnell wie möglich anzukommen, sondern so sekundengenau wie möglich. Präzises Zeitfahren ist also angesagt und nebenbei geht es natürlich auch darum, klassische Sportwagen und aufwändig restaurierte Oldtimer zu präsentieren. Kurz gesagt, ist die Mille Miglia heute ein Entschleunigungs-Event mit historischen Renn- bzw. Sportwagen.

Ich werde sowohl die historische Strecke durch die schönsten Landschaften Italiens genießen, als auch die Gemeinschaft der Rallye-Gemeinde. Der Geist der alten Mille Miglia ist aber sicher noch mit dabei, wenn ich im Nash-Healey Sports 3850 cc Spider das Gaspedal durchdrücke und die anderen 459 Traumwagen überhole (oder passieren lasse) … Mit bis zu 12 Stunden Fahrtzeit pro Tag ist das Straßenrennen eben auch kein Spaziergang.

Ein wahr gewordener Traum

Die Teilnahme an der Mille Miglia ist wohl für jeden Rennsport-Fan ein Traum. Umso mehr freue ich mich, dass ich jetzt das erste Mal am Steuer des Nash mitfahren darf. Am 18. Mai geht’s los – aber vorher gibt es noch News und Berichte zu meinem Auto, zum Rennen und von mir.

Stay tuned!
Eure Alexandra Klim

PS 1: Wenn Ihr einen kurzen Einblick in die Mille Miglia vergangener Zeiten gewinnen wollt, schaut Euch den knapp 40 Minuten dauernden Werbefilm von Shell zum Rennen 1953 auf youtube an. Teil 1 findet Ihr hier, Teil 2 hier.
PS 2: In diesem Video könnt Ihr Euch das gesamte Teilnehmerfeld der Mille Miglia 2014 anschauen (und auch anhören) – gefilmt von einem Zuschauer am Straßenrand.

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